27.02.2010

Interessantes ... zusammengefasst


In einer kurzen Zusammenfassung will ich auf interessante Beträge auf anderen Seiten hinweisen:

Karatschi: Christ wegen „Blasphemie“ gegen den Islam zum Tode verurteilt
Die Verfolgung von uns Christen in Pakistan geht leider weiter.

100.000 Gläubige pilgerten drei Tage zur Gottesmutter von Guadalupe
Die Muttergottes bewirkt durch ihr Erscheinen das Rassenschranken verschwinden und viele Menschen zu Gott finden.

26.02.2010

Die Atheisten der Humanistischen Union (HU) und die Bundesjustizministerin

Erst vor ein paar Tagen konnte man in einem Interview eine empörte Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) beobachten die sich über die Vorgehensweise der katholische Kriche beschwerte. Sie meinte, unter anderem: „Es ist leider bisher nicht ersichtlich, dass sie (die katholische Kirche) ein aktives Interesse an wirklich rückhaltloser und lückenloser Aufklärung gezeigt haben, und deshalb muss natürlich überall da, wo nicht verjährt ist, das ganz klar erfolgen“.

Das es die Jesuiten waren die an die Öffentlichkeit gingen und den ersten Schritt für eine rückhaltlose und lückenlose Aufklärung getan haben, verschweigt Frau Leutheusser-Schnarrenberger wieder besseren Wissens.

Was sie aber auch verschweigt ist ihre Einstellung zum Thema. Sie gehört dem Beirat der Humanistische Union an - eine Vereinigung von Atheisten - wo sich nicht wenige einige Aktive gegen eine strenge Strafverfolgung von Pädophilie ausspricht. Die Humanistische Union tritt auch dafür ein das Sexuellen Beziehungen zwischen altersungleichen Männern/Jugendlichen nicht mehr bestaft wird, was in vielen Fällen zu einer Legalisierung der Pädophilie führen würde.

So abscheulich jeder Kindesmissbrauch ist, so abscheulich der Kindesmissbrauch ist der von Kirchenmitarbeitern begagnen wurd, es ist immer und jederzeit ein Verbrechen und genau das sagt die katholische Kirche und dazu steht sie auch. Wenn man Pädophilie legalisiert - wie es die Grünen früher forderten und wohl auch die Humanistische Union zum Teil Heute verlangt - begünstigt man keinen Missbrauch, sondern sorgt dafür das es noch mehr Verbrechen in dieser Art gibt.

Quelle: Leutheusser-Schnarrenberger und die Pädophilen

Artikel zum Thema:

25.02.2010

Wolfgang Meier: "Ich nehme ihn sofort auf"

Wenn man sich mit der Geschichte des 3. Reiches und der NSDAP beschäftigt, ist man froh über jeden Gerechten den man entdecken kann. Wolfgang Meier ist so einer.

So auch diesen, den ich auf kath.net entdeckt habe: 'Ich nehme ihn sofort auf'

Vor 65 Jahren versteckte der tiefgläubige bayerische Bauer Wolfgang Meier den Jesuitenprovinzial Augustinus Rösch auf seinem Hof vor den Nazis und starb dafür mit zweien seiner Söhne in Dachau.

München (kath.net/ok) Wolfgang Meier hatte nicht irgendwen versteckt: Pater Rösch war einer der maßgeblichen Männer des Kreisauer Kreises, einer bürgerlich-christlichen Widerstandsgruppe gegen das NS-Regime, und wurde nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 im gesamten Reich gesucht.

Meier lebte als Schlossbauer in Hofgiebing, Gemeinde Oberornau im Landkreis Mühldorf am Inn, und war Vater von elf Kindern. Er war ein einfacher Bauer, aber tiefgläubig. Sein Leben änderte sich schlagartig, als er auf Vermittlung von Schwester Zacharia Mayrhofer gefragt wurde, ob er Pater Rösch aufnehmen könne. Mayrhofer leitete als Hausoberin ein Heim der Armen Schulschwestern im Kloster Moosen bei Dorfen. Zunächst hatten die Schwestern den Provinzial in einem Turmzimmer der Kirche versteckt, das später nicht mehr sicher erschien.

„Ich nehme ihn sofort auf“, antwortete Meier spontan, denn der Pater „muss gerettet werden, er kann viel mehr tun als ich“. Meier brachte Rösch im zweiten Stock seines Hauses unter. Den Herbst 1944 und die ersten Wintertage blieben der Bauer und der Jesuit unbehelligt.

Doch am 11. Januar 1945 stürmten 24 Männer der Gestapo und der SS mit vorgehaltenen Pistolen das Haus Meiers. Bei Schnee und eisiger Kälte wurden Rösch, der Bauer und seine Söhne Wolfgang und Martin sowie der Ortspfarrer Oberornaus Johann Neumaier und der spätere Domkapitular Franz Stadler zunächst auf einem offenen Lastwagen nach München gebracht. Während die Priester nach Berlin überstellt wurden, wurden Meier und seine Söhne direkt ins Konzentrationslager Dachau deportiert.

Meier erhielt die KZ-Nummer 138060. Offiziell starb er am 22. Februar 1945 an Typhus. Sehr wahrscheinlich erlag er jedoch den Folgen schwerer Misshandlungen durch die Nazi-Schergen. Die Leiche des Bauern wurde verbrannt, seine Asche verstreut. Im Lager hatte Meier seinen Mithäftlingen immer wieder gesagt. „Wenn nur der Pater Rösch wieder heim kommt.“

Der Jesuitenprovinzial und die anderen beiden deportierten Priester kamen aufgrund der chaotischen Ereignisse im Berlin der letzten Kriegswochen mit dem Leben davon und wurden aus dem Berliner Gefängnis Moabit am 25. April 1945 entlassen. Rösch wurde später Landesdirektor der bayerischen Caritas und Mitglied des bayerischen Senats.

Ein Gedenkgottesdienst am Sonntag, 28. Februar, um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche St. Andreas in Oberornau, Landkreis Mühldorf, erinnert an den heldenhaften Bauern.

Foto: © www.erzbistum-muenchen.de

20.02.2010

Katholiken nehmen weltweit zu

Es gibt immer mehr Katholiken, nicht nur in der Zahl der Gläubigen, sondern auch im Anteil an der Weltbevölkerung.
Überall dort wo die Kirche lebendig ist, wächst sie.

Im Magazin für Kirche und Kultur "Katholisches" ist folgender Artikel zu lesen:

Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone überreichte heute Papst Benedikt XVI. Das neue Jahrbuch des zentralen Statistikamtes der Kirche. Im Jahr 2009 wurden acht neue Diözesen errichtete und eine Prälatur sowie 169 Bischöfe ernannt. Die Welt gliedert sich in 2945 Kirchenbezirke.

Die anderen Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum 2007-2008. Die Zahl der getauften Katholiken stieg auf 1,66 Millarden an. Die Zunahme beläuft sich auf 19 Millionen (+1,7%). Der Anteil an der Weltbevölkerung stieg von 17,3 auf 17,4 Prozent.

2008 weißt die Verteilung des Klerus nach wie vor eine starke europäische Dominanz auf. In Europa leben 47,1 Prozent des Weltklerus. Aus Amerika stammen 30 Prozent, aus Asien 13,2 Prozent, aus Afrika 8,7 Prozent und aus Ozeanien 1,2 Prozent.

Im Zeitraum 2000 bis 2008 ist ein leichter Zuwachs von einem Prozent des Klerus zu verzeichnen. Im selben Zeitraum wuchs der afrikanische, asiatische und amerikanische Klerus, während der europäische von 51,5 Prozent auf 47,1 Prozent zurückging.

Die Ordensfrauen bilden weiterhin die größte Gruppe unter den Mitarbeitern in den Diözesen. Ihre Gesamtzahl ging allerdings seit 2000 von 801.185 auf 739.067 zurück. Die größten Rückgänge im Zeitraum 2000 bis 2008 verzeichnete Europa mit 17,6 Prozent. Eine Negativtendenz gab es auch in Amerika (-12,9% und in Ozeanien (-14,9%). Afrika und Asien hingegen erlebten im selben Zeitraum deutliche Zuwächse, in Afrika von 21,2 Prozent und in Asien von 16,4 Prozent.

Die Zahl der Priesteramtsanwärter nahm 2008 gegenüber dem Vorjahr weltweit um 1,1 Prozent zu. Sie stiegt von 115.919 (2007) auf 117.024 (2008). Afrika weist einen Zuwachs von 3,6 Prozent, Asien von 4,4 Prozent und Ozeanien von 6,5 Prozent auf. Amerika blieb unverändert, während Europa einen Rückgang der Seminaristen um 4,3 Prozent erlebte.

(Asianews/GN, Bild: Asianews)

Quelle: Katholiken nehmen weltweit zu – Mehr Priester und mehr Seminaristen – Weniger Ordensfrauen

19.02.2010

Anglikanischer Bischof will katholisch werden

Bischof David Robarts bemüht sich mit 200 Mitgliedern der Organisation «Forward in Faith Australia» (FIFA) nach vergeblichem Suchen innerhalb seiner Kirche nun um die volle Gemeinschaft mit Rom. Die Gruppe, die auch Mitglieder in den USA und Großbritannien hat, ist angeblich die erste, die das Angebot eines kollektiven Übertritts zur katholischen Kirche annimmt.

Quelle: Anglikanischer Bischof will katholisch werden

Andreas Hofer – ein katholischer Held

Über katholische Persönlichkeiten wird heute wenig gesprochen. Eine solche war der Tiroler Andreas Hofer, dessen Hinrichtung sich am 20. Februar 1810 zum 200. Mal jährt. Seiner Bedeutung wegen widmete ihm Kardinal Albino Luciani, der spätere Papst Johannes Paul I. im Dezember 1974 einen fiktiven Brief, der 1978 mit Briefen an weitere katholische Persönlichkeiten in Buchform veröffentlicht wurde.

Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel hingegen dichtete Andreas Hofer zum „bigotten Frömmler“, zum „Rauf- und Saufbold“, zum „Nationalhelden rechter Tiroler“ und „blinden Anhänger des Ancien régime“ um. Da der Glaube eine zentrale Triebfeder seines Handelns war, deklassieren ihn die Grünen heute zum „Fundamentalisten“ und „Alpentaliban“. Damit erweisen sie sich als „würdige“ Erben ihrer geistigen Ahnherren, der Revolutionäre mit der „menschenfreundlichen“ Guillotine.

Ganz anders sahen es Hofers Zeitgenossen. Seine starke Persönlichkeit, seine Integrität und Redlichkeit und seine Führungsqualitäten machten ihn in ganz Europa bekannt als jenen, der Napoleon, dem scheinbar unbesiegbaren Franzosenkaiser die Stirn bot.

Die preußische Königin und Protestantin war von ihm angetan: „Welch ein Mann, dieser Andreas Hofer! Ein Bauer wird Feldherr, und was für einer! Seine Waffe – Gebet; sein Bundesgenosse – Gott. Er kämpft mit gebeugten Knien und schlägt wie mit dem Flammenschwert des Cherubs.“ Nicht minder die katholische Bürgerschaft der italienischen Stadt Mantua, wohin Hofer von den Franzosen in Ketten geschleppt wurde. Für die Hälfte sei er „ein Heiliger“ und für die andere „ein Held“, wie sein Pflichtverteidiger seinem Tagebuch anvertraute. Die 24jährige Bettina von Arnim schrieb an Johann Wolfgang von Goethe über Hofer als einem „Beispiel von Unschuld und Heldenthum, innerlich groß, ein heiliger deutscher Charakter“.

Andreas Hofer wurde am 22. November 1767 in der Grafschaft Tirol, am Sandhof bei St. Leonhard in Passeier geboren. Er wurde Bauer, Wirt und Pferdehändler. Noch jung an Jahren entsandte ihn seine Talschaft bereits als Abgeordneten zum Tiroler Landtag. Es war das Jahr 1792. Der französische König und seine österreichische Gemahlin starben unter der Guillotine. Die Französische Revolution tobte seit drei Jahren. Deren Folgen sollte bald auch Tirol zu spüren bekommen, als der freimaurerische Revolutionswahn zum Angriff gegen ganz Europa ausholte. Der Bischof von Brixen rief auf dem Landtag zur Bekämpfung der „gottlosen französischen Grundsätze“ auf.

1796 – Tirol verlobt sich dem Herzen Jesu

1796 marschierten die Revolutionstruppen auf Tirol vor. Der Landtag suchte göttliche Hilfe. Klerus, Adel, Bürger und Bauern gelobten dem Herzen Jesu die „ewige Treue“. Die Herz-Jesu-Verehrung hatte im Land an Inn und Etsch tiefe Wurzeln geschlagen. In der Kirche von Mellaun bei Brixen befindet sich eine Herz-Jesu-Darstellung aus dem Jahr 1464. Sie dürfte wohl die älteste weltweit sein. Die Aufklärung unter Kaiser Joseph II. stellte in rationalistischer Verblendung jede Form der Herz-Jesu-Verehrung unter Strafe. Liberale Professoren gaben das Herz Jesu und seine Verehrung dem Gespött preis. Wenn die Tiroler Landstände also gerade zum Herzen Jesu ihre Zuflucht nahmen, so bedeutete dies nicht nur ein Zeichen des Widerstandes gegen das revolutionäre Paris, sondern ebenso gegen das aufgeklärte Wien. Zudem gab es im antirevolutionären Aufstand der Vendée seit 1793 ein herausragendes Beispiel. Unter dem Symbol des Sacre Coeur und dem Motto „Gott und König“ erhoben sich die Katholiken gegen den menschenverachtenden Maximalismus der Revolution „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder den Tod“. Es gibt noch keine einschlägigen Untersuchungen über die Auswirkungen der Vendée auf Tirol. Aufgrund der raschen Verbreitung der Nachrichten zur damaligen Zeit darf jedoch davon ausgegangen werden, daß man in Tirol unterrichtet war. Andreas Hofer faßte sein Programm prägnant im Motto „Für Gott, Kaiser und Vaterland“ zusammen. Es entstand samt seiner programmatischen Erweiterung eigenständig von jenem der Vendée. Beide Aufstände werden jedoch vom selben katholischen und patriotischen Geist genährt.

1796 gehen die Tiroler siegreich aus dem Kampf hervor, an dem Hofer als einfacher Landesverteidiger beteiligt war. Die Errettung aus aussichtslos erscheinender Lage vertiefte die Herz-Jesu-Verehrung.

1805 – Die Erben der Revolution tilgen das Land aus

1805 bezwang jedoch das militärische Genie Napoleon Österreich. Europas Landkarte wurde drastisch umgebaut. Tirol wurde vom Korsen aus der Kriegsbeute an das verbündete Bayern weitergereicht und von der Landkarte gestrichen. Dort herrschte das französische Marionettenregiment eines Staatsministers Graf Montgelas, einem überzeugten Verfechter der gottlosen Aufklärung, der bis zu dessen Verbot dem Illuminatenorden angehört hatte. Die Tiroler Landesverfassung wurde außer Kraft gesetzt und die Wirtschaft durch Handelsverbote und harten Abgaben- und Steuerdruck abgewürgt. Der Unterhalt der Besatzungstruppen wurde dem Land auferlegt. Dem Geist „des wahren Fortschritts“ entsprechend wurde eine radikale antiklerikale Politik eingeleitet. Die Kirche hatte sich zur Gänze dem Staat zu beugen und unterzuordnen. Zwei von vier Tiroler Bischöfen wurden verbannt, zahlreiche Priester eingesperrt und deportiert. Von der Abschaffung von Feiertagen und Prozessionen, über das Verbot des Glockengeläuts und der Christmette, von Klosteraufhebungen und deren Ausplünderung, von der Einschränkung von Gebeten bis zur Absicht, den Zölibat abzuschaffen, reichte die Bandbreite dieser ersten „modernen“ Diktatur.

1809 – Tirols Erhebung als Absage an die Revolution

Im Untergrund begann sich Widerstand zu regen. Die Kontakte zu Österreich waren nie abgebrochen. In Absprache mit Wien, vor allem Erzherzog Johann, legte man Waffen- und Munitionslager an und bereitete sich auf den Kampf vor. Einer der führenden Männer war Andreas Hofer, der auch an den Besprechungen in Wien teilnahm. Als junge Tiroler für die Feldzüge Napoleons zwangsrekrutiert wurden, kam es im April 1809 zum Aufstand. Hofer, der zunächst im Südteil des Landes kommandierte, stieg bald zum Oberkommandanten auf. Die Tiroler hatten 1511 das Privileg erhalten, ihr Land verteidigen, aber nicht außerhalb des Landes Kriegsdienst leisten zu müssen. Sie kämpften als Freiwillige für ihre Heimat und wählten die Offiziere aus den eigenen Reihen.

Hofer kämpfte mit seinen Tiroler Landsleuten für die freie Glaubensausübung, die Tiroler Freiheiten, den rechtmäßigen Landesherrn aus dem Hause Habsburg und die Abschüttelung der Fremdherrschaft. Als er das erstemal mit seinen Schützen Richtung Innsbruck zog, ließ er am Brenner eine Heilige Messe zelebrieren und erneuerte mit seinen Männern das Herz-Jesu-Gelöbnis von 1796.

Der zunächst erfolgreiche Aufstand war von großer geostrategischer Bedeutung. Damit konnte die Vereinigung oder rasche Verschiebung der nördlich bzw. südlich der Alpen operierenden französischen Truppen und ihrer Verbündeten unterbunden werden. Drei Mal befreiten die Tiroler das Land von den immer neu anrückenden Feinden. Hofer, der nie ein politisches Amt angestrebt hatte, regierte im Herbst 1809, einer Notsituation folgend, persönlich, aber nur stellvertretend für seinen Kaiser das Land. Tirol und sein Oberkommandant Hofer werden „im ganzen damaligen Europa zum Begriff und auch als klare weltanschauliche Absage an die französische Revolution und als Gefahr für das buonapartistische System verstanden“.1 Napoleon erkannte die Gefahr, die von diesem Leuchtfeuer auf andere von ihm unterworfene Länder ausgehen konnte. Hofer, ein Mann aus dem Volk, war zum Volkshelden geworden. Er verhinderte Ausschreitungen gegen die besiegten Feinde. Die Überlieferung kennt keine Kriegsgreuel, die auf ihn zurückgingen. Vielmehr kümmerte er sich in landesväterlicher Fürsorge um die Armen, Frauen und Kriegswaisen. Das ihm folgende und ihn verehrende Volk bezeichneten ihn vielfach einfach als „Vater“.

Andreas Hofers Ende – Der letzte Gang eines Helden

Nachdem die Tiroler sogar einen seiner Marschälle besiegt hatten, setzte Napoleon seinen Stiefsohn mit einem für die Verhältnisse enormen Heer gegen die Tiroler ein. Österreich war zu dieser Zeit erneut besiegt worden und konnte keine Hilfe mehr leisten. Alleine auf sich gestellt war es den Tirolern auf Dauer nicht möglich die napoleonische Dampfwalze aufzuhalten. Diese Phase zeigt Andreas Hofer erstmals zögernd. Er erkennt die Aussichtslosigkeit und weiß doch, daß er für eine gerechte Sache kämpft. Nach drei siegreichen Schlachten, ging im November die vierte und letzte Schlacht am Bergisel bei Innsbruck verloren. Tirol wird erneut besetzt und ein Terrorregiment legte sich über das Land. Hofer lehnte es auch jetzt ab, sich nach Österreich in Sicherheit zu bringen. Ein Verlassen seiner Heimat kam für ihn nicht in Frage. Für Kopfgeld wurde er durch Verrat den Franzosen ausgeliefert. Dieser letzte Lebensabschnitt bis zu seiner Hinrichtung gestaltete sich zum Gang eines wahren Helden. Aus Sicherheitsgründen wurde er sofort aus Tirol hinausgeschafft, da man seine Befreiung befürchtete. Auf dem Weg in die lombardische Festung Mantua rettete er seinen Bewachern das Leben, statt die Gelegenheit zur Flucht zu nützen. Die Verhandlung vor einem französischen Kriegsgericht wurde zur Farce, da Napoleon Befehl erteilt hatte, Hofer innerhalb von 24 Stunden hinzurichten. Die Begegnungen mit zwei Priestern, die ihn nach dem Todesurteil im Kerker besuchten, sind aktenkundig überliefert. Propst Giovanni Manifesti schrieb am Tag nach der Hinrichtung: „Zu meiner Erbauung und zu meinem größten Trost bewunderte ich einen Mann, der als christlicher Held zum Tode ging und ihn als unerschrockener Märtyrer erlitt.“ Die letzten Lebensstunden blieb Andreas Hofer allein mit seinem Gott und schrieb jenen letzten Brief, „der ein Denkmal sittlicher Größe, Seelenruhe und Glaubensstärke bildet“2

„Der göttliche Wille ist es gewesen, daß ich habe müssen in Mantua mein Zeitliches mit dem Ewigen verwechseln. Aber Gott sei Dank für seine göttliche Gnade. Mir kommt vor, wie wenn ich zu etwas anderem hinausgeführt würde. Gott wird mir auch die Gnade verleihen bis zum letzten Augenblick, damit ich hinkommen kann, wo sich meine Seele mit allen Auserwählten ewig freuen wird und wo ich für alle bei Gott bitten werde. (…) Alle guten Freunde sollen für mich beten und mir aus den heißen Flammen helfen, wenn ich noch im Fegfeuer büßen muß. Die Seelengottesdienste soll die Liebste mein zu St. Martin halten lassen. (…) Lebt alle wohl, bis wir im Himmel zusammenkommen und dort leben ohne Ende. (…) Ade, du schnöde Welt, so leicht kommt mir das Sterben vor, daß mir nicht einmal die Augen naß werden. Geschrieben um 5 Uhr früh, um 9 Uhr reise ich mit Hilfe aller Heiligen zu Gott.“

Unter Andreas Hofers Führung war Tirol nicht nur zu einer zweiten Vendée und zu einem zweiten Spanien geworden, sondern zum Vorbild und Katalysator für die schließlich Napoleon niederringenden Befreiungskriege.

von Johannes Thiel, Quelle: Andreas Hofer – ein katholischer Held. Zum 200. Jahrestag seiner Hinrichtung

18.02.2010

Sexueller Missbrauch von Schülern: Nicht nur Jesuiten-Schulen sind betroffen

Das Berliner Politik-Blog "Spreeblick" erinnert daran das traurigerweise Missbrauch an Schulen sehr häufig vorkommt. So wird zum Beispiel auf Fälle verwiesen wo selbst die Politik (SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Conradi) mitgewirkt hat Fälle zu vertuschen und bis Heute Täter von damals in Amt und Würden sind:

Link: Sexueller Missbrauch von Schülern: Nicht nur Jesuiten-Schulen sind betroffen

Sehr interessant dazu ein PDF in dem einige weitere Fälle aufgeführt sind: PDF

Artikel zum Thema:

Die Verfolgung von Christen geht unvermindert weiter

(Kelkheim) Open Doors hat unlängst den Weltverfolgungsindex 2010 vorgestellt. Der März-Ausgabe des Monatsbriefs von Open Doors liegt eine Weltkarte bei, die dessen Zahlen illustriert. Die 40 Länder, in denen Christen besonders stark verfolgt werden, sind in unterschiedlichen Rottönen eingefärbt. Ein roter Gürtel zieht sich von Mauretanien über Ost-Afrika, die Arabische Halbinsel und den Mittleren Osten nach Indien, China und Nordkorea. Unter dem stalinistischen Regime kostet der Glaube am meisten. Das Leben für die 200.000 bis 400.000 Christen im Norden des Landes (zum Vergleich: in Südkorea leben rund 13.000.000 Christen) wird immer unerträglicher.
Sonst findet die Christenverfolgung vor allem in islamischen Staaten statt. In acht der ersten zehn Länder der Rangliste befinden sich Muslime in der deutlichen Mehrheit. Unter den 50 Ländern mit einem signifikanten Ausmaß an Christenverfolgung befinden sich 38 islamisch geprägte Staaten; das entspricht einem Anteil von drei Vierteln. Der Rest ist entweder kommunistisch geprägt (neben Nordkorea sind noch China, Kuba, Laos und Vietnam ist der unrühmlichen Liste vertreten) oder aber von interkulturellen und religiösen Spannungen betroffen (wichtigstes Beispiel: Indien). Aus europäischer Sicht interessant: Die EU-Anrainer und potentiellen Beitrittskandidaten Weißrußland und Türkei sind nicht frei von der systematischen Verfolgung praktizierender Christen.
Einen positiven Trend berichtet Open Doors ebenfalls: In Lateinamerika hat die Christenverfolgung im letzten Jahrzehnt deutlich abgenommen. Perus Terrororganisation „Sendero luminoso“, die für zahlreiche Morde an Missionaren verantwortlich ist, konnte in den 1990er Jahren besiegt werden, während Kolumbiens Regierung sukzessive die rechtsfreien Räume im Land schließt, unter denen vor allem Priester zu leiden haben.
Die Botschaft von Open Doors ist dennoch eindeutig und unmißverständlich: „Die Verfolgung von Christen geht auch 2010 unvermindert weiter.“ Die Christenverfolgung muß daher in allen Staaten, die etwas von Religionsfreiheit halten, zur Chefsache gemacht und im Kontext der Menschenrechte und der internationalen Beziehungen mit Nachdruck thematisiert werden.

(Josef Bordat)

Quelle: http://www.katholisches.info/?p=6973

17.02.2010

Sippenhaftung?

Bischof Mixa hat mal wieder etwas getan was er nicht tun darf - er hat gesagt was ihm wichtig war. Nun schreit die gesamte Republik auf und vor lauter Empörungsgeschrei merkt keiner was hier passiert: Bischof Mixa und die gesamte Katholische Kirche ist des Missbrauchs für schuldig erklärt worden. Das muss so sein, denn überall heißt es das gerade er was falsches sagt ist wohl daneben. Er als katholischer Bischof.

Er bzw. die gesamte katholische Kirche stehen am Pranger und deshalb diese Reaktionen. Grund dafür gibt es keinen. Weder gibt es in der katholischen Kirche mehr Missbrauchsfälle als anderswo, noch hat Bischof Mixa sich irgendetwas vorzuwerfen - außer das er Katholik ist.

Da stimmt doch was nicht.

Beispiel: http://www.focus.de/politik/weitere-meldungen/walter-mixa-sexuelle-revolution-laut-bischof-fuer-missbrauch-von-minderjaehrigen-mitverantwortlich_aid_480881.html

15.02.2010

Zu Gott finden

Buddhismus - alles besser?

Bei vielen Menschen in Europa hat der Buddhismus einen sehr guten Ruf. Der Dalai Lama ist ein netter Kerl der nur für die Freiheit seines Volkes kämpft und Buddhisten sind sowieso nett. Buddhisten sind - so hört man - die einzige friedliche Religion die es gibt.

Nun weiß man aber das der Dalai Lama ehemals als absoluter Herrscher von Tibet alles andere andere als ein vorbildlicher Staat. Den Kritikern zufolge gehörte den lamaistischen Mönchen zusammen mit einer kleinen Adelsschicht aller Grund und Boden, es gab Leibeigene und Sklaven, die von einer Mönchspolizei überwacht wurden. Und friedlich waren die Tibeter wirklich nicht ...

Nun war der Dalai Lama kein Einzelfall. Auch in anderen buddhistischen Ländern herrscht alles andere als Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit. Zum Beispiel Bhutan, über den nachfolgender Artikel berichtet:

König von Bhutan nennt sich „Vater der Christen“ – Bau von Kirchen jedoch verboten

(Timphu) Die Organisation Open Doors reihte das kleine Himalaja-Königreich Bhutan an zwölfter Stelle eine Rangliste der 50 Staaten, in denen die Religionsfreiheit verletzt wird. Obwohl die Schwester des Königs mit dem Neffen eines katholischen Priesters verheiratet ist und die Religionsfreiheit offiziell garantiert wird, ist es den rund 6000 Christen des Landes verboten, öffentlich zu beten. Asianews zitiert ein ehemaliges Regierungsmitglied mit den Worten: „Es herrscht noch immer die Angst, das Christentum könne die Gesellschaft spalten und Spannungen schaffen.“

Der König von Bhutan, Jigme Khesar, der in seinem Land zahlreiche demokratische Reformen durchführte, bezeichnet sich selbst als „Vater der Christen“. 2005 erteilte er die Zustimmung zur Hochzeit seiner fünften Schwester mit dem Neffen von Pater Kinley Tshering, einem kanadischen Jesuiten, der dem Land maßgeblich geholfen hatte, das Schul- und Erziehungssystem zu erneuern. Dennoch dürfen im Königreich nur buddhistische Tempel errichtet werden. Der Bau anderer religiöser Gebäude ist verboten.

Karma Dupto, ein Anführer des Druk National Congress, der im indischen Exil lebt, erklärte: „In Bhutan fand der Übergang zur Demokratie auf dem Papier statt und die Verfassung garantiert die Religionsfreiheit.“ Der Religiuos Organizations Act von 2007 legt fest, daß „niemand eine Person zwingen kann, den Glauben zu wechseln“. Dupto ergänzt jedoch, daß aber weder die Behörden noch die Bevölkerung die Bedeutung der Demokratie verstanden hätten.

Das kleine Königreich zählt 690.000 Einwohner und liegt eingezwängt zwischen den beiden Riesen Indien und China. Bis zum Jahr 2006 war das Land eine buddhistischen Theokratie. 1979 verbot der damalige König Jigme Singye Wangchuck jede religiöse Ausübung außer dem Buddhismus und Hinduismus. Den 6000 Christen des Landes ist der Bau von Kirchen und Kapellen verboten und zwang sie zur Bildung von Untergrundgemeinschaften. Die Thronbesteigung von König Jigme Khesar nährte die Hoffnung unter den Christen auf eine Änderung der Verhältnisse. Die von ihm eingeleiteten Verfassungsreformen garantieren heute die Religionsfreiheit, verbieten jedoch jede Form von Proselytismus, die Veröffentlichung der Bibel, den Bau von Gotteshäusern und christlichen Schule. P. Kinley ist nach wie vor der einzige im Land lebende katholische Priester.

Quelle: http://www.katholisches.info/?p=6815

(Asianews/GN, Bild: Asianews)

Nun soll das keine Buddhistenschelte sein, ganz sicher nicht. Es soll ein Fingerzeig darauf sein das jeder Religion - sei es der Buddhismus, sei es das Christentum, sei es der Islam und ganz besonders der Atheismus aus der Geschichte lernen muss und jeder aufgerufen ist sich weiter zu entwickeln - zum Besseren hin.

12.02.2010

Kampf gegen die Kirche ... damals und Heute?

Wenn man Heute verschiedene Zeitschriften liest - aus Papier oder Online - meint man das ein regelrechter Kampf gegen die Katholische Kirche gestartet wurde. Katholikenphobie kann man das wohl bezeichnen, wenn man die letzte Artikel im Spiegel betrachtet. Der Spiegel will angeblich über Missbrauchsfälle berichten und zieht über das Zölibat her.
Nun hab ich ein wenig in der Geschichte geforscht und zu meinen großen Erstaunen festgestellt das es so was wohl schon öfters gab. Das man Missbrauchsfälle verwendet um gegen die katholische Kirche Stimmung zu machen.
Wie man unter anderem in einer Spiegelausgabe (!) von 1971 nachlesen kann hat der NSDAP-Staat ähnliche Aktionen vorgenommen.

Nachfolgend der Artikel der ein sehr interessantes Licht auf das ganze wirft:

Sumpf und Sitte

Als "Sexualsumpf" galt Hitlers Propagandisten der Klerus. Mit Serien von Sitten-Prozessen versuchten sie Gläubige von der Kirche abzuspalten.

Vor vollbesetztem Gerichtssaal nahm sich der Staatsanwalt den Belastungszeugen vor: "Erkennen Sie den Mann wieder, der sich Ihnen unsittlich genähert hat?" Der Gefragte sah sich um, betrachtete die Angeklagten und streckte dann die Hand aus: "Der ist es gewesen.

Der Zeuge wies auf den Vorsitzenden der Dritten Strafkammer des Koblenzer Landgerichts.

Diese Panne ereignete sich im Sommer 1937 auf dem Gipfelpunkt der Sittenprozeß-Serie" die das NS-Regime bereits im Mai des Vorjahres gegen katholische Ordensangehörige und Priester eröffnet hatte. Der Historiker Hans Günter Hockerts berichtet davon in einer "Studie zur nationalsozialistischen Herrschaftstechnik und zum Kirchenkampf", die unlängst unter dem Titel "Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936/37" als Buch erschien*.

Es ist die jüngste und bislang gründlichste Untersuchung einer Machtprobe zwischen dem Totalitätsanspruch des NS-Regimes und dem Unabhängigkeitsanspruch der katholischen Kirche, bei der die Regierenden, so Autor Hockerts, durch stümperhaftes Taktieren zwangsläufig "das Gegenteil des erstrebten Zieles" erreichten: "Nicht eine die Kirche lähmende Vertrauenskrise, sondern eine die Aktionsfähigkeit des Regimes beeinträchtigende innenpolitische Unruhe."

Blind vor Eifer, die gegen den NS-Staat opponierende Kirche dem Kirchenvolk als "Sexualsumpf" zu präsentieren, gerieten die Gestapo-Leute an denkbar ungeeignete Zeugen, beispielsweise an die zumeist schwachsinnigen Pfleglinge der Waldbreitbacher Kongregation.

Diese von zwei Handwerkern 1862 im Rheinland gegründete Laiengenossenschaft war erst 1923 endgültig vom Papst anerkannt worden. 1936 gehörten 480 Brüder und 60 Novizen dazu, die in fünf Anstalten mit knapp 2000 Betten ihren Pflegedienst taten.

Nun führten speziell die Waldbreitbacher Laienbrüder tatsächlich ein bewegtes Privatleben, wie der Historiker Hockerts jetzt aus vielen Quellen eruierte: "In krassem Widerspruch zu der Satzung waren Zellenbesuche. Alkoholgenuß, Ungehorsam, sogar unzüchtige Redewendungen an der Tagesordnung."

Denn viele Laien waren nur in die Waldbreitbacher Kongregation geströmt, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen. Andere hatten homosexuelle Delikte hinter sich. Und in beiden Gruppen waren viele Pfleger. die ihre Schützlinge an Intelligenz kaum übertraf en. Die Ordensoberen aber vertuschten alle Exzesse vor dem Trierer Bischof Bornewasser: Sie bangten um ihre Posten.

Ehe Bischof Bornewasser daher auch nur ahnen konnte, was und wie es die Brüder in Waldbreitbach trieben, war die Gestapo längst informiert. Aus Berlin wurde eigens ein Sonderkommando nach Koblenz in Marsch gesetzt, wo es unter Führung eines Kommissars namens Kanthack zunächst in Waldbreitbach möglichst viele Brüder unzüchtiger Handlungen zu überführen trachtete. Und nicht einmal Bischof Bornewassers Privatwohnung blieb von Durchsuchung verschont.

Der zeitweilig 50köpfige Spähtrupp durchkämmte aber auch die anderen Laienkongregationen im weiteren Um -- kreis. An Belastungszeugen mangelte es nie: Mit Zigaretten und Schokolade. aber auch durch Drohungen mit dem KZ ließen sich schwachsinnige Anstaltsinsassen leicht davon überzeugen, sie seien von den Laienbrüdern unsittlich traktiert worden.

Dieses Verfahren schlug zu Buch: Schon bald lagen rund 500 Ermittlungsverfahren gegen aktive oder ausgeschiedene Ordensbrüder bei der Staatsanwaltschaft. Die Belastungs-Protokolle waren freilich so schludrig geführt, daß viele Fälle schon im Vorverfahren platzten. Aber da es den Staatsanwälten nicht gelang, alle dubiosen Kronzeugen rechtzeitig zu entdecken. gerieten die Ankläger in den Hauptverhandlungen häufig in peinliche Klemmen.

Obgleich die NS-Propaganda stets mit "Tausenden von Verfahren gegen Priester und Mönche" operierte, wurden tatsächlich nur rund 250 Sitten-Prozesse gegen Brüder, Patres oder Priester geführt, die meisten in den Jahren 1936 und 1937 von den Landgerichten Koblenz und Bonn.

Um die Kirche dennoch als "Brutstätte des Lasters" abstempeln zu können, wurden die Prozesse zu Serien verknüpft und jeweils mit einem spektakulären Fall eröffnet. So begann in Koblenz im Mai 1936 eine 35tägige Prozeß-Folge mit dem Verfahren gegen einen Franziskaner-Pater namens Leovigild.

Dieser homosexuelle Geistliche war lange Jahre Beichtvater in Waldbreitbach gewesen und hatte, wie Bischof Bornewasser zu spät nach Rom meldete. auf Aspiranten und Novizen "einen verheerenden Einfluß" ausgeübt. Kirchliche Nachforschungen hatten ergeben, "daß 22 Brüder durch Leovigild verleitet" worden waren.

Daß Leovigild zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, akzeptierte die Kirche daher ohne weiteres. Es war die härteste Strafe, die in den Sitten-Prozessen verhängt wurde. Die anderen Strafen hielten sich in dem damals üblichen Rahmen zwischen einem Jahr und zwei Jahren Gefängnis.

Der Reichspropaganda-Minister Joseph Goebbels suchte indessen den Mangel an geistlichen Sittenfrevlern vom Kaliber Leovigilds auf seine Art wettzumachen:

Sämtliche Zeitungen im Reich (täglich etwa 14 Millionen Exemplare) mußten über die Prozesse berichten. Aufmachung, Überschrift und Tendenz der Artikel wurden auf den täglichen Pressekonferenzen im Propaganda- Ministerium bis ins Detail vorgeschrieben.

Mit der Sprachregelung dieser Aktion beauftragte Goebbels den Ministerialdirektor Berndt, der täglich neue Schmäh-Sentenzen auszubrüten hatte. Berndts jeweilige Einfälle wurden von allen Zeitungen pflichtgemäß gedruckt -- jeweils mit dem obligaten Zusatz, derartige "Schweinereien" seien typisch für die katholische Kirche. Beispiele:


  • Die Sakristei sei generell "zum Bordell" geworden.
  • Klöster seien "wahre Brutstätten der Homosexualität".
  • Die Kirche kämpfe nur für die Konfessionsschule. weil "das Treiben der Ordensbrüder auf den katholischen Toiletten nicht so beobachtet werden könne".


Der "Völkische Beobachter" brillierte darüber hinaus noch mit exklusiven Formulierungen dieser Art-. "Wieder einmal treibt entnervt, verdorben, haltlos in den Trieben die klösterliche Jugend in den Sumpf der ihr als Erzieher und Vorbild vorgesetzten Erwachsenen."

Den Nachschub für die Schimpfkanonade lieferte die Justiz. Alle einschlägigen Akten mußten dem Propaganda-Ministerium zur beliebigen Ausschlachtung überlassen werden.

Den Höhepunkt des Kirchenkampfes gedachte Goebbels durch seinen persönlichen Auftritt zu markieren: Am 28. Mai 1937 sprach er in der vollgetrommelten Berliner Deutschlandhalle und ließ seine Rede über alle Reichssender übertragen.

Nach bewährtem Muster hub er verhalten an: Die Reichsregierung habe "eigentlich" zu diesen betrüblichen Vorfällen schweigen wollen, doch katholische Impertinenz habe diesen Vorsatz zunichte gemacht. Akribisch schilderte Goebbels sodann einen allgemeinen Sittenverfall im Klerus, "wie er in diesem erschreckenden und empörenden Ausmaß kaum noch einmal in der gesamten Kulturgeschichte der Menschheit festzustellen" sei: "Tausende von Geistlichen und Ordensbrüdern" und "Tausende von kirchlichen Sexualverbrechern" betrieben "planmäßige sittliche Vernichtung Tausender von Kindern und Kranken". Im Klerus grassiere "herdenmäßige Unzucht".

Doch der Katholik Goebbels, den nach eigenem Bekunden darob "heiliger Zorn" sowie "maßlose Wut" zu übermannen drohte, mußte bald erkennen, daß sein Grimm ebenso ohnmächtig blieb wie sein Propaganda-Wirbel: Das Kirchenvolk wandte sich keineswegs von seinen Hirten ab. Nie waren die Gotteshäuser voller und die Prozessionen länger gewesen.

In Hirtenbriefen und Denkschriften wehrten sich die Bischöfe gegen die staatlich gelenkten Verleumdungen -- Der Berliner Bischof Preysing wies in einer Statistik nach, daß die NS-Zahlenangaben maßlos übertrieben waren. Während der ganzen Sittenkampagne wurden nur 150 Laienbrüder und 45 Priester verurteilt.

Von ungezählten Kanzeln herab warnten Geistliche vor der Zeitungslektüre. Da sie wohlweislich ohne Manuskript predigten, sind ihre Kernsprüche hauptsächlich durch Spitzelberichte überliefert. So erklärte der Franziskaner-Pater Megl im Juni 1937 vor versammelter Gemeinde in München: "Die Jugend wird heute angelogen, daß sich die Balken biegen, und sogar der Vater hat darüber hinwegzusehen, wie die Jugend schmutziges Wasser trinken muß."

Doch mehr als die Hirten durchkreuzte Hitler den Kirchenkriegs-Plan des Ministers Goebbels: Wenn die Propaganda-Walze gerade optimal rotierte, bremste der Führer.

Am 7. März 1936 ließ er die Wehrmacht ins Rheinland einrücken und wollte dabei nicht von Kirchengezänk gestört werden. Prozesse und Propaganda blieben gestoppt, denn am 29. März benötigte er für eine Volksabstimmung auch die Gunst der Katholiken.

Ende April -- 98,8 Prozent der Deutschen hatten für Hitler votiert -- wurde weiter prozessiert und entsprechend berichtet. Im August war wieder Schluß. weil die ausländischen Gäste der Berliner Olympischen Spiele nicht schockiert werden sollten. Dem Sportfest folgte der Nürnberger "Parteitag der Ehre", bei dem Anti-Kirchenhetze nicht zur Schau der "inneren Einheit" paßte.

Danach versuchte Hitler, den Münchner Kardinal Faulhaber zu überreden: Die Kirche solle sich loyal hinter die Politik der Reichsregierung stellen, dafür werde er "die Klosterprozesse aus der Welt schaffen".

Die deutschen Bischöfe zögerten den Handel hinaus. Aber als der Papst im März 1937 überraschend und vor aller Welt das NS-Regime in der Enzyklika "Mit brennender Sorge" anprangerte, ließ Hitler die Prozeßwelle wieder anrollen. Sein Ziel: Nur noch "alte Weiblein" sollten vor den Kanzeln hocken.

Unvermittelt war dann Ende Juli wieder Schluß. Der Reichsjustizminister wurde angewiesen, die Sitten-Prozesse "bis auf weiteres" auszusetzen. Sie wurden, bis auf vereinzelte Fälle, nie wieder aufgenommen. Die Motive dieses Stopps blieben ungenannt, aber sie liegen nahe. Historiker Hockerts: "Bald darauf absorbierten bekanntlich Kriegsrisiko und Kriegswille Hitlers Interesse."

DER SPIEGEL 42/1971

* Hans Günter Hockerts: Die Sittlichkeitsprozesse gegen katholische Ordensangehörige und Priester 1936/37. Matthias-Grünewald-Verlag. Mainz; 224 Seiten; 35 Mark.

Weiterer lesenswerter Artikel dazu in der Zeit, im Kirchenlexikon zu Johannes Kraus

hl. Giuseppina Bakhita

Ich habe beim herumstöbern im Internet einiges von der hl. Giuseppina Bakhita gefunden. Diese Frau hat einen bemerkenswerten Lebensweg hinter sich.

Aus Wikipedia: Josephine Bakhita

Josephine Bakhita (* 1869 in Olgossa, Sudan; † 8. Februar 1947 in Italien) ist eine Heilige der römisch-katholischen Kirche.

Leben

Bakhita wurde im Dorf Olgossa in der westsudanesischen Provinz Darfur geboren. Ihr Vater war der Bruder des Dorfchefs. Im Alter von sechs oder sieben Jahren wurde sie von arabischen Sklavenjägern verschleppt und in den folgenden acht Jahren fünfmal auf den Märkten von al-Ubayyid und Khartum verkauft. Das Trauma der Entführung ließ sie ihren eigenen Namen vergessen, sodass heute nur der Name von ihr bekannt ist, der ihr von den Sklavenjägern gegeben wurde (Bakhita, das arabische Wort für „glücklich“), sowie der christliche Name, den sie als Erwachsene annahm.

Wechselnde Besitzer

Während ihrer Gefangenschaft musste Bakhita oft Brutalität erleiden. So schlug sie der Sohn eines ihrer Besitzer so sehr, dass sie einen Monat lang nicht von ihrem Strohbett aufstehen konnte. Als schlimmste Erinnerung bezeichnete sie später diejenige an ihren vierten Besitzer, einen türkischen General, für dessen Schwiegermutter sie Sklavendienste verrichten musste. Dieser General ließ sie – wie seine anderen Sklaven – durch eine Art Skarifizierung und Tätowierung als sein Eigentum markieren. In ihren Memoiren, die sie viele Jahre später auf Italienisch niederschrieb, beschreibt sie, wie eine Frau Mehl, Salz und eine Klinge brachte, Muster auf ihre Haut zeichnete, diesen entlang hineinschnitt und die Wunden dann mit Salz und Mehl füllte, um bleibende Vernarbung zu gewährleisten. Mehr als 60 solche Schnitte wurden ihr an Brust, Bauch und Armen angebracht.

Verkauf nach Italien

Bakhitas letzter Käufer war der italienische Konsul Callisto Legnani, der sie gut behandelte und anscheinend plante, sie freizulassen, der dann aber die mittlerweile 16-Jährige seinem Freund Augusto Michieli übergab. Sie wurde nach Italien gebracht und dort Kindermädchen von Michielis Tochter Mimmina. 1888 oder 1889 wurden Bakhita und Mimmina in die Obhut der Canossianischen Schwestern in Venedig gegeben, während die Michielis aus geschäftlichen Gründen an das Rote Meer zogen. 1890 wurde Bakhita auf eigenen Wunsch getauft und nahm den christlichen Namen Giuseppina Margarita (Josephine Margaret) an. [1], [2] . Als die Michielis ihre Tochter und Bakhita wieder zu sich nach Hause nehmen wollten, wollte Letztere dies nicht. Frau Michieli wollte ihre Rückkehr in ihren Haushalt erzwingen, aber die Vorsteherin der Ordensschule, die Bakhita und Mimmina in Venedig besucht hatten, ging vor Gericht. Ein italienisches Gericht befand, dass die Sklaverei im Sudan vor ihrer Geburt gesetzlich abgeschafft worden war und dass das italienische Gesetz unabhängig davon keine Sklaverei anerkannte, sodass Bakhita gesetzlich nie Sklavin gewesen sei. Bakhita hatte unterdessen auch die Volljährigkeit erreicht und konnte erstmals ihr Leben selbst bestimmen. Sie entschied sich, bei den Canossianerinnen zu bleiben.

Eintritt in den Orden

1896 trat sie dem Orden endgültig bei, und 1902 wurde sie einem Haus in Schio in der norditalienischen Provinz Vicenza zugeteilt, wo sie den Rest ihres Lebens verbrachte. Einzig zwischen 1935 und 1938 verließ sie Schio, um in Mailand bei der Vorbereitung junger Schwestern für die Tätigkeit in Afrika zu helfen.
Während ihrer 45 Jahre in Schio war Giuseppina meist in der Pforte des Klosters tätig, sodass sie regen Kontakt zur Bevölkerung hatte. Ihre Freundlichkeit, ihre angenehme Stimme und ihr stetiges Lächeln wurden wohlbekannt, und bis heute kennt man sie in Vicenza als la nostra madre moretta („unsere kleine braune Mutter“). Ihr Orden erkannte ihr besonderes Charisma und ihre für die Heiligkeit geeignete Reputation und regte sie dazu an, ihre Memoiren niederzuschreiben und über ihre Erlebnisse zu sprechen; dies machte sie in ganz Italien bekannt. Ihre letzten Lebensjahre waren von Schmerz und Krankheit geprägt, doch behielt sie ihre Fröhlichkeit, und gefragt, wie es ihr gehe, lächelte sie stets und antwortete, „wie der Herr es wünscht“. In ihren letzten Tagen war sie geistig zurückversetzt in ihre Jahre in der Sklaverei und schrie in ihrem Delirium, „Bitte, lockert die Ketten... sie sind so schwer“.
Josephine Bakhita starb am 8. Februar 1947. In den drei Tagen, in denen ihr Leichnam aufgebahrt war, kamen Tausende, um ihren Respekt zu bekunden. Sofort wurden Stimmen laut, die ihre Heiligsprechung befürworteten, und dieser Prozess begann 1959, nur zwölf Jahre nach ihrem Tod. Am 1. Dezember 1978 erklärte Papst Johannes Paul II. sie für Venerabilis, d.h. Ehrwürdige Dienerin Gottes. Am 17. Mai wurde sie seliggesprochen und der 8. Februar zu ihrem Feiertag erklärt. Am 1. Oktober 2000 wurde sie heiliggesprochen und damit St. Josephine Bakhita. Sie wird als moderne afrikanische Heilige mit besonderem Bezug zu Sklaverei und Unterdrückung verehrt und gilt als Schutzpatronin der katholischen Kirche im Sudan.

Weitere Quellen

http://www.vatican.va/news_services/liturgy/saints/ns_lit_doc_20001001_giuseppina-bakhita_en.html
http://www.afrol.com/archive/josephine_bakhita.htm
http://www.heiligenlexikon.de/BiographienJ/Josefina_Bakita.html

11.02.2010

Die Kirche und die Kinder - Die Katholikenphobie der Presse

Auf FAZ-Online ist Heute ein sehr interessanter Beitrag in dem Manfred Lütz (Psychiater und Theologe, seit 1997 Leider des Alexianer-Krankenhaus in Köln) auf das derzeitige aufgeregte Rascheln im deutschen Blätterwald zum Thema Missbrauch und Kirche:

FAZ: Die Kirche und die Kinder

Sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch katholische Geistliche ist ein besonders abscheuliches Verbrechen. Denn ein Priester befindet sich dem Opfer gegenüber in einer Vaterrolle, so dass der Tat etwas Inzestuöses anhaftet.

Auf diese Weise kann das Grundvertrauen in die Verlässlichkeit menschlicher Beziehungen verlorengehen, und es darf gerade der Kirche nicht gleichgültig sein, wenn damit auch das Vertrauen in Gott zerstört oder schwer erschüttert wird.

Nun hat die Deutsche Bischofskonferenz im Jahre 2002 Leitlinien erlassen, nach denen alle Diözesen ein klares Prozedere eingeführt haben. Es wurden Ansprechpartner für Opfer ernannt, Expertengremien eingesetzt, die führenden deutschen Fachleute für Gutachten eingeschaltet. Die Religionszugehörigkeit der Experten spielte dabei keine Rolle. Vor zwei Jahren wandte sich das Erzbistum Köln von sich aus an die Öffentlichkeit, da Anschuldigungen gegen einen verstorbenen Pfarrer bekanntgeworden waren, und bat weitere Opfer, sich zu melden. Mit Erfolg. Auch die engagierte Offenheit der Presse gegenüber, die jetzt der Leiter des Berliner Canisiuskollegs an den Tag legte, entsprach dieser Linie.

Ein Ersatzobjekt des Protestierens

Reduziert man das derzeitige aufgeregte Rascheln im deutschen Blätterwald auf seinen Kern, so zeigen die jetzt bekanntgewordenen Altfälle aus den siebziger und achtziger Jahren nur erneut, wie wichtig die vor einigen Jahren getroffenen Maßnahmen sind. Wirkliche Neuigkeiten sind das nicht. Es hat sozialpsychologische Gründe, wenn dennoch die öffentliche Aufregung alle Grenzen sprengt. In unserer „vaterlosen Gesellschaft“, die Alexander Mitscherlich voraussah und in der jeder die normsetzende und in die Geschichte einführende Aufgabe, die Freud dem Vater zuschrieb, weit von sich weist, wächst der katholischen Kirche eine wenig attraktive Rolle zu. Im Vakuum, das die „innere und äußere Abwesenheit der Väter“ hinterlassen hat, laufen Pubertät und Protest ins Leere.

Die Achtundsechziger hatten im damaligen Bundeskanzler Kiesinger einen Ersatzvater aus dem Bilderbuch. Heute weichen Politiker demoskopiegestützt jedem Protest aus und wären nötigenfalls bereit, sich einer Protestdemonstration gegen sich selber anzuschließen. Auch den Vater Staat gibt es also nicht mehr. Vor allem die obrigkeitsfrommen Deutschen, denen ihre Kaiser und Führer ein für alle Mal abhandengekommen sind, umschleichen diese Leerstelle und haben in der katholischen Kirche ein Ersatzobjekt des Protestierens gefunden. Dass an der Spitze dieser Kirche auch noch Männer stehen und ganz an der Spitze ein Heiliger Vater, erleichtert die Projizierung aller nichtgelebten Vaterkisten, aller nachgeholten Pubertät, allen nicht addressierbaren Protestes auf eine Institution, die sich zu Normen bekennt und ihre historische Identität nicht leugnet.

Sex ist das Lieblingsthema der Pubertät, und pubertär wirken tatsächlich nicht selten die Debattenbeiträge von sonst ganz erwachsenen Zeitgenossen, wenn es gegen die Kirche geht. Da ist manch einem selbst die alte Machothese „Sex muss sein“ nicht zu schade, um den Zölibat anzugreifen. Vor allem aber eignet sich die katholische Kirche für uns Deutsche bestens dafür, uns von unserer historischen Verantwortung zu dispensieren. Als Papst Johannes Paul II. in Yad Vashem ergreifende Worte fand, die in Israel selbst und auch in Amerika tief beeindruckten, da waren es vor allem Deutsche, die ihm vorwarfen, er hätte sich für den Holocaust klarer entschuldigen müssen. Man stelle sich vor: Der polnische Papst, selbst Opfer deutscher Okkupation, wird von Deutschen aufgefordert, sich für deutsche Schuld heftiger zu entschuldigen! Difficile est satiram non scribere.

Unverhohlener Missbrauch mit dem Missbrauch

1970 erklärte der angesehene Sexualwissenschaftler Eberhard Schorsch unwidersprochen bei einer Anhörung im Deutschen Bundestag: „Ein gesundes Kind in einer intakten Umgebung verarbeitet nichtgewalttätige sexuelle Erlebnisse ohne negative Dauerfolgen.“ Die linke Szene hätschelte die Pädophilen. Bevor sich Jan Carl Raspe in die RAF verabschiedete, pries er 1969 im „Kursbuch“ die Kommune 2, in der Erwachsene Kinder gegen deren Widerstand zu Koitierversuchen brachten. Bei den Grünen gab es 1985 einen Antrag auf Entkriminalisierung von Sex mit Kindern, und noch 1989 erschien im renommierten Deutschen Ärzteverlag ein Buch, das offen für die Erlaubnis von pädosexuellen Kontakten warb. In diesen Zeiten wurde insbesondere die katholische Sexualmoral als repressives Hemmnis für die „Emanzipation der kindlichen Sexualität“ bekämpft.

Erst Ende der achtziger Jahre haben dann vor allem feministische Beratungsstellen zu Recht klargemacht, dass es keine gewaltfreien sexuellen Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen gibt. Freilich war es dabei nicht immer einfach, zwischen Bagatellisierung und Skandalisierung einen angemessenen Weg zu finden. Dann ergriff die Welle auch die katholische Kirche, und manche ihrer Vertreter verstanden die Welt nicht mehr. Hatten die Pädophilieentkriminalisierer sie gerade noch ob ihrer rigiden unmodernen Moral lächerlich gemacht, sollten sie jetzt plötzlich wegen ihrer Laschheit die eigentlichen Übeltäter sein.

Auch in der derzeitigen Debatte wird gewöhnlich der gesellschaftliche Kontext ausgeblendet und die katholische Kirche isoliert als Sündenbock für all die abseitigen und skandalösen Träume vom Kindersex gebrandmarkt, die in alternativen Kreisen vor vierzig Jahren geträumt wurden. Kirchenkritiker und auch manche Kirchenvertreter ergreifen die willkommene Gelegenheit, ihre üblichen Platten aufzulegen: Die kirchlichen Strukturen, die Sexualmoral, der Zölibat seien schuld. Doch das ist nichts anderes als unverhohlener Missbrauch mit dem Missbrauch, vor allem aber gefährliche Desinformation, die Täter schützt.

Die Kombination von Sakralität, Sexualität und Kindergesichtern

Die Wahrheit ist, dass alle Institutionen, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, Menschen anziehen, die missbräuchlichen Kontakt mit Minderjährigen suchen. Das gilt für Sportvereine, Einrichtungen der Jugendhilfe, und natürlich auch für die Kirchen. Einer der führenden Experten in Deutschland, Hans-Ludwig Kröber, sieht keinerlei Hinweis darauf, dass zölibatäre Lehrer häufiger pädophil seien als andere. Leider hat die Wissenschaft noch keine Screeningmethoden entwickeln können, mit denen man solche Menschen herausfinden kann. Es bleiben also nur die verantwortungsvolle Beobachtung und die schnelle Reaktion bei Auffälligkeiten. Da sind die Strukturen der Kirche sogar hilfreich. Sie kann vernetzter und professioneller reagieren als ein örtlicher Sportverein. Andererseits wird aber über den missbrauchenden Jugendwart in Niederbayern bloß im Lokalteil der örtlichen Zeitung berichtet, handelt es sich aber um den Pfarrer, gibt es bundesweite Schlagzeilen. Zu Recht, weil es ein schwereres Verbrechen ist. So entsteht freilich ein verzerrtes Bild über die Häufigkeit.

Außerdem sorgt die Kombination von Sakralität, Sexualität und Kindergesichtern naturgemäß immer für besondere Aufmerksamkeit. Was immer man schließlich von der katholischen Sexualmoral halten mag, sie war jedenfalls auch in Zeiten der Verharmlosung von Pädophilie für jeden, der sich daran hielt, ein Bollwerk gegen Kindesmissbrauch. Und den Zölibat in diesem Zusammenhang zu nennen ist besonders verantwortungslos. Auf einer Tagung 2003 in Rom erklärten die international führenden Experten – alle nicht katholisch –, es gebe keinerlei Zusammenhang dieses Phänomens mit dem Zölibat.

Von allen guten Geistern verlassen

Freilich gehört der Hinweis auf den Zölibat nicht selten zu den verlogenen Entschuldigungsstrategien der Missbraucher. Das Geschäft der Täter betreibt man, natürlich unbeabsichtigt, auch, wenn man jetzt in „Selbstgeißelungs-Furor“ (Kröber) verfällt und die Karikatur des alten Jesuitenmythos – Geheimnistuerei, intensive „Einzelbearbeitung“ – wiederaufleben lässt und als mögliche Ursache nennt. Natürlich sind alle Eins-zu-eins-Kontakte immer durch Missbraucher instrumentalisierbar. Zehn Prozent der Psychotherapeuten überschreiten irgendwann einmal die Grenze zum Missbrauch. Aber so wenig die Psychotherapie selbst für den Missbrauch verantwortlich ist, so wenig ist es ignatianische Seelsorge – auch an Schülern.

Man muss ohne Scheuklappen die Erkenntnisse der Wissenschaft nutzen, sichernde und vorbeugende Maßnahmen ergreifen und für Transparenz sorgen. Jeder Bischof, der heute noch auf diesem Feld irgendetwas unter den Teppich kehren wollte, müsste von allen guten Geistern verlassen sein. Uns Deutschen aber ist zu wünschen, dass wir endlich den Mut besitzen, bei diesem ernsten Thema auf die üblichen Projektionen zu verzichten und die lange Zeit betriebene Verharmlosung von sexuellem Kindesmissbrauch in der gesamten Gesellschaft als einen Teil von unser aller Schuld anzunehmen. Ein Beispiel nehmen kann man sich da an Eberhard Schorsch, der sich 1989 von seiner leichtfertigen Aussage von 1970 öffentlich distanzierte.

10.02.2010

Hat die Kirche ein Missbrauchsproblem?

Bruder Paulus hat auf seiner Webseite zu einigen Fragen Stelling genommen und recht schön auch aus eigener Erfahrung berichtet.

Quelle: Hat die Kirche ein Missbrauchsproblem?

Hat die Kirche ein Missbrauchsproblem?

Nein. Es gibt, was die Anzahl der Kinder missbrauchenden Verantwortungsträger angeht, in der Kirche keinen höheren Prozentsatz als in anderen Bereichen der Kultur und des Sports, in denen Kinder ein Vertrauensverhältnis zu Lehrern oder Betreuern aufbauen. Schlimm ist, dass die katholische Kirche erst jetzt damit beginnt, offensiv über diesen Prozentsatz in ihren eigenen Reihen offen zu reden und nach potentiellen Tätern zu suchen.

Warum dürfen katholische Priester eigentlich keinen Sex haben?

Katholische Priester wollen auf die menschenmögliche Erfüllung in der ehelichen Liebe verzichten, weil Gott durch sie zeigen will: Er allein kann der menschlichen Person einen Frieden, eine Zufriedenheit, eine Erfüllung geben, die kein Mensch toppen kann.

Sie sind mit 19 Jahren ins Kloster gegangen – welche Rolle spielt Sex in Ihrem Leben? Wie gehen Sie mit sexuellem Verlangen um?

Sex ist nicht das Ausleben eines Triebes. Ich spüre selbstverständlich, dass ich ein sexuell empfindender Mann bin. Doch ich fühle auch Aggression oder Essucht. Und da kann ich auch nicht sagen, mir fehlt ein Mordopfer oder ein Schlaraffenlandschloss. Mit sexuellem Verlangen gehe ich um, dem ich hellwach bleibe für das, was ich will; ich nenne es Gebet.

Jetzt wird diskutiert, ob das Zölibat Schuld hat an sexuellen Übergriffen durch Priester. Dass sich der Druck so ein Ventil sucht?

Diese Triebtheorie ist meines Erachtens abgehakt. Sie degradiert den Menschen zu einem mechanistischen System. Doch das Schönheit und Sinn dort beginnen, wo eine wertschätzende Beziehung zu Gott und den Menschen gesucht wird, hat in der religiösen Erziehung bis in die sechziger Jahre zu wenig eine Rolle gespielt. Die Lebensform der keuschen Ehelosigkeit wurde da mehr als Kraftakt gesehen, der Verzicht stand im Vordergrund, Gefühle mussten bekämpft werden. Am Ende standen nicht selten komische Persönlichkeiten, die unter dem Mantel einer hochangesehenen Priesterrolle pubertäre sexuelle Desorientierungen konserviert haben.

Was macht denn ein Priester, der sein Verlangen nicht mehr im Griff hat. Dürfen sich Priester selbst befriedigen?

Niemand darf seinen Körper instrumentalisieren für sinnlose Gefühle. Und soweit ich die sachkundige Literatur übersehe und alles, was mir Menschen erzählen, und auch das, was ich selber erlebe, führt Selbstbefriedigung nicht dazu, das eigene sexuelle Verlangen in den Griff zu bekommen. Dass im Internet am meisten verdient wird von der Porno-Industrie, muss einem doch zu denken geben. Es ist eine Tatsache, dass Männer wie Frauen vor dem Bildschirm onanieren. Dass darunter auch Priester oder Ordensleute sind, ist zu vermuten.

Wohin können sich Priester wenden, wenn sie pädophile Neigungen verspüren?

Sie können sich an die gleichen Beratungsstellen wenden, an die sich pädophile Erzieher, Sportlehrer oder Kindergärtner wenden können. In manchen Klöstern und Bistümern mittlerweile sehr konkrete Angebote, bei denen sich auch pädophil veranlagte Mitarbeiter seelsorgerisch begleiten lassen können. Es ist schade, dass wir in der Kirche kein besseres Klima für Wahrhaftigkeit haben; ich sehe aber nicht, wo dieses Klima für solche Fragen schon besser ist.

Es wirkt, als ob Fälle pädophiler Priester eher vertuscht als aufgeklärt oder angezeigt werden.

Ich bezweifle, dass da heutzutage noch aktiv vertuscht wird. Die Fehler, von denen jetzt die Rede ist, liegen mehr als dreißig Jahre zurück. Die betroffenen Orden lassen ihre Akten von unabhängigen Instanzen prüfen. Opfer wie Täter dürfen jetzt nicht für eine einseitige öffentliche Hetze, die sich Aufklärung verkleidet, instrumentalisiert werden.

Aber es wurde zu lange schön geredet. Man hat auf Erwachsene und deren „Laufbahn“ mehr geachtet als auf Kinder, die zu Schaden kommen könnten. Dies ist unverzeihlich.

Björn Trautwein, Berliner Zeitung, 7. Februar 2010

Religionsfreiheit in Marokko

Marokko ist bekannt dafür eines der liberalsten islamischen Länder zu sein. Nur wie sieht es in der Realität aus? Nachfolgender Beitrag zeigt auf sie in dem beliebten Urlaubsland Marokko "Freiheit im Islam" gelebt wird:

Großrazzia bei evangelischen Christen

(Amizmiz) Mit einem Großaufgebot durchsuchten Polizisten am 4. Februar das Haus eines Christen in der marokkanischen Kleinstadt Amizmiz, 55 Kilometer südlich von Marrakesch. Wie das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors erfuhr, hatte sich dort gerade eine kleine Gruppe von Christen versammelt. 18 Marokkaner und ein US-amerikanischer Besucher wurden verhaftet und zu Verhören auf die Polizeistation gebracht. Unter den Festgenommenen waren auch fünf Kleinkinder im Alter zwischen sechs Monaten und vier Jahren. Nach Razzien in Häusern von Christen im März und Dezember 2009 ist dies das dritte Mal, dass Treffen von Christen durch die Polizei beendet wurden. Nach dem Verhör durften die marokkanischen Bürger wieder gehen. Der US-Amerikaner wurde zum Flughafen gebracht und mußte das Land verlassen.

Der marokkanische, inzwischen freigelassene Gemeindeleiter, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, sagte Open Doors, daß sie von der plötzlichen Hausdurchsuchung mit nahezu 60 Beamten in 15 Autos überrascht wurden. „Es ist das erste Mal in der jüngeren Geschichte der Kirche in Marokko, daß Regierungsbehörden mit solch einem Großaufgebot eine kleine Gruppe von Christen angehen.“ Er wisse von keinem derartigen Vorgehen selbst gegen fundamentalistische Muslime. Die Einsatzgruppe wurde geleitet von einem Oberst und zwei Hauptmännern. Zudem waren der Bezirkschef von Amizmiz und führende muslimische Geistliche dabei. Während des 14-stündigen Verhörs bis in die frühen Morgenstunden des 5. Februar hinein wurden Fotos und Videoaufnahmen von den Verhafteten gemacht. Die Beamten beschlagnahmten Bibeln, Liederbücher, zwei Laptops, ein Mobiltelefon und eine Digitalkamera. Die Sachen wurden bislang nicht zurückgegeben. Offenbar lag für die Hausdurchsuchung keine schriftliche Anweisung vor, so der Gemeindeleiter.

Die The Maghreb Arabe Press (MAP) veröffentlichte eine Erklärung des Innenministers. Demnach habe es der „ausländische Missionar auf eine Gruppe von 14 Marokkanern abgesehen, um den christlichen Glauben im Königreich zu verbreiten“. Weiter hieß es, zu der Operation sei es nach Informationen über ein geheimes Treffen gekommen, bei dem Menschen zum Übertritt zum Christentum veranlaßt werden sollen. Das würde den Glauben von Muslimen erschüttern und die Werte des Königreichs untergraben.
(Open Doors)

Quelle: Großrazzia bei evangelischen Christen

09.02.2010

Gibt es Beweise für Gott?

Ja und Nein. Am bekanntesten dürften wohl die 5 Gottesbeweise (siehe unten) von Thomas von Aquin sein. Thomas hat auf geniale Art und Weise fünf sehr unterschiedliche Beweise formuliert die eigentlich jeden Zufriedenstellen müssten.
Natürlich kann man diese Beweise in Frage stellen wenn man prinzipiell Gott in Frage stellt. Dazu gibt es eine Antwort in der Bibel: Gott beweist sich. Man muss Gott nur bitten das er sich zeigt. Eigentlich ganz einfach und wie ich aus eigenster Erfahrung weiß klappt das super.

Zum Beispiel steht im Buch Jeremia:

Wenn ihr mich ruft, wenn ihr kommt und zu mir betet, so erhöre ich euch. Sucht ihr mich, so findet ihr mich. Wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, lasse ich mich von euch finden - Spruch des Herrn.
(Jer. 29 12-14)


Die fünf Gottesbeweise von Thomas von Aquin:

1. Beweis
Am ersten und deutlichsten ist der von der Bewegung her genommene Weg. Es ist nämlich gewiß und steht durch das Gesinn (sensu) fest, daß manches in dieser Welt sich wegt. Alles aber, was in Wegung ist, wird von einem anderen gewegt. Nichts ist nämlich in Wegung, es sei denn, sonach es in einer Möglichkeit zu dem steht, wozu es hingewegt wird: wegen tut aber eins zufolge dem, daß es in der Wirklichkeit da ist (secundum quod est actu). Wegen ist nämlich nichts anderes, als etwas aus der Möglichkeit in die Wirklichkeit herausholen; aus der Möge etwas in die Wirke heimzubringen, vermag aber nur ein wirklich Seiendes, gerade wie das wirkgeschehlich (in actu) Warme, so Feuer, Holz, das mögegeschehlich (in potentia) warm ist, wirklich (actu> warm sein macht, und damit wegt es an ihm und macht ein anderes daraus. Nun kann aber eins und dasselbe nicht unter ein und demselben Betracht zugleich in der Wirklichkeit und in der Möglichkeit sein, sondern nur unter verschiedenem Betracht. Was nämlich in der Tat (actu) warm ist, kann nicht zugleich möglicherweise (in potenda) warm sein, sondern hat gleichzeitig nur die Möglichkeit, kalt zu sein. Es ist also unmöglich, daß etwas ein und demselben Betracht nach und in ein und derselben Weise bewegend und bewegt ist oder sich selbst wegt. Alles also, was gewegt wird, braucht ein anderes, um gewegt zu werden. Falls also das, wovon es gewegt wird, sich wegt, so braucht dies selbst ein anderes, um gewegt zu werden, und das wieder eins. Dabei kann man aber nicht ins Unendliche gehen, weil es dann kein Erstwegendes gäbe und innige davon nicht irgend eins, das ein anderes wegte, weil Je wegenden Zweitheiten nur dadurch wegen, daß sie von einem ersten Wegenden gewegt sind, gerade wie der Stock nur dadurch anwegt, daß er mit der Hand bewegt wird. Man muß also notwendigerweise zu einem Erstwegenden hinkommen, das von keinem gewegt wird, und darunter verstehen alle Gott.

2. Beweis
Der zweite Weg kommt aus dem Wesen der Wirkursache. Wir begegnen in dem Sinnfälligen vor uns einer Reihenstellung von Wirkursachen, ohne freilich, das ist auch nicht möglich, etwas zu finden, das die Wirkursache seiner selbst ist; es würde ja damit früher sein, als es selber ist, was unmöglich ist. Nun ist es aber unmöglich, bei den eine Wirkung hervorbringenden Ursachen ins Unendliche zu gehen: Grund: bei allen in einer Reihe stehenden Ursachen mit Wirkungen ist die erste die Ursache der mittleren und die mittlere die Ursache der letzten, seien ihrer nun in der Mitte mehr oder nur eine; nimmt man aber die Ursache weg, so entfällt auch die Wirkung; also, falls es kein Erstes bei den Wirkursachen gibt, ist auch nicht ein Letztes und nicht ein Mittleres da. Geht man aber ins Unendliche mit den Wirkursachen, so gibt es nicht eine erste wirkende Ursache, und so sind weder eine letzte Wirkung da, noch Wirkursachen in der Mitte; es ist klar, daß das falsch ist. Es ist also notwendig, irgend eine Wirkursache als erste hinzustellen; diese nennen alle Gott.

3. Beweis
Den dritten Weg nimmt man aus dem Möglichen und dem Notwendigen her; er ist folgender. Wir treffen unter den Dingen etliches, dem es möglich ist, zu sein und nicht zu sein: wenn uns etliches in Fortpflanzung und Auflösung begegnet und folglich den Mögestand hat, zu sein und nicht zu sein. Es ist aber bei allem Derartigen unmöglich, immer zu sein, weil, was die Möglichkeit des Nichtseins hat, auch einmal nicht ist. Wenn also alles in der Möglichkeit steht, nicht zu sein, so war irgend einmal nichts an Dingen da. Wenn das aber wahr ist, so gäbe es auch heute nichts, weil was nicht ist, nur durch eins, was da ist, dazusein beginnt: wenn also nichts im Sein war, so war es unmöglich, daß etwas dazusein begonnen hätte; auf die Weise gäbe es zur Zeit nichts: was offenkundig falsch ist. Es sind also nicht alle Seinsdinge im Mögestand, sondern für irgend eins unter den Dingen ist erforderlich, daß es notwendig da ist. Jedes Notwendige aber bat die Ursache seiner Notwendigkeit entweder anderswoher, oder es hat sie nicht anderswoher. Es ist aber nicht möglich, bis ins Unendliche bei dem Notwendigen weiterzugehen, das eine Ursache seiner Notwendigkeit hat, gerade wie es nach dem Bewiesenen auch bei den Wirkursachen nicht möglich war. Also muß man etwas hinstellen, das durch sich notwendig ist, ohne die Ursache der Notwendigkeit anderswoher zu haben, das vielmehr für die anderen die Ursache der Notwendigkeit ist: das heißen alle Gott.

4. Beweis
Der vierte Weg wird den Stufungen entnommen, die man in den Dingen entdeckt. Man findet nämlich in den Dingen etliches mehr oder weniger gut und wahr und edel, und so geht es auch mit anderem derart. Aber Mehr und Weniger werden von Verschiedenem gesagt, je nachdem es auf verschiedene Weise sich einem nähert, das es am meisten ist: wie mehr warm ist, was näher auf das anrückt, was am meisten warm ist. Es gibt also etwas, welches das Wahrste und das Beste und das Adeligste und folglich das am meisten Seiende ist; denn das, was am meisten wahr ist, ist am meisten seiend, wie es 2. Metaph. (Did. 1, x 1 n 5) heißt. Was aber in einer Gattung im höchsten Grade das Solche heißt, ist die Ursache von allem, was dieser Gattung angehört; gerade wie das Feuer, das am meisten warm ist, die Ursache alles Warmen ist, so heißt es im nämlichen Buch. Es gibt also etwas, das allen Seienden die Ursache des Seins und der Gutheit und jeglicher Vollkommenheit ist: und das nennen wir Gott.

5. Beweis
Der fünfte Weg wird von der Regierung der Dinge hergenommen. Wir sehen nämlich, daß einiges, was der Erkenntnis entbehrt, nämlich die natürlichen Körper, um eines Zweckes willen tätig ist; was daraus hervorgeht, daß sie immer oder doch häufig in derselben Weise tätig sind, um das zu erreichen, was das Beste ist; daraus ist klar, daß sie nicht aus Zufall, sondern aus einer Absicht an das Ziel gelangen. Was aber keine Erkenntnis hat, strebt nicht zu einem Ziel, es sei denn, daß es von einem in Richtung gebracht ist, das Erkenntnis und Vernunft hat, gerade wie der Pfeil vom Schützen. Also gibt es ein Vernünftiges, von dem alle Naturdinge zu einem Ziele hingeordnet werden: und das heißen wir Gott.


Quelle: Kröner, Stuttgart, Kröners Taschenausgabe Band 105, Thomas von Aquino, Summe der Theologie 1: Gott und Schöpfung, S. 22-26

Niedergang der Argumentationskultur - Nieder mit der Kirche

Auf Kath.net ist ein Gastkommentar von Albert Schlund zu lesen, den ich mal eins zu eins übernehme. Er ist wirklich gut.

Quelle: Kath.net "Niedergang der Argumentationskultur"

München (kath.net) Die Masken sind gefallen und offenbaren eine erschreckende Fratze, die auch vor dem Kampf gegen die Kirche auf dem Rücken von Opfern nicht halt macht - Ein Kath.Net-Gastkommentar von Albert Schlund

In sog. IQ-Tests findet sich häufig folgende Aufgabe: Ein Begriffspaar ist vorgegeben und man muss dann zu einem weiteren Wort ein Wort ergänzen, das zu dem genannten in dem gleichen Verhältnis steht wie das bei dem ersten Begriffspaar der Fall ist. So könnte man also dort auch folgende Aufgabe finden: Kath. Kirche verhält sich zu Priester wie Staat zu …? Die Lösung: Beamte. Nun ist es doch so: Würde ein Beamter gegen Gesetze des Staates verstoßen, käme niemand auf die Idee, dies dem Staat anzulasten. Es wäre klar, dass es sich um eine persönliche Verfehlung des Beamten handeln würde. Bei der kath. Kirche gilt dies aber seltsamerweise nicht. Dies ist nicht nur inkonsequent, sondern auch höchst unlauter.

Ein kleines Beispiel: In einer Gaststätte sitzen ein paar junge Männer und jeder hat ein Glas Bier vor sich stehen. Plötzlich will einer den anderen erklären, dass Alkoholgenuss ja eigentlich gar nicht so gut sei. Voller Entsetzten blicken in die anderen an und meinen nur: „Du musst ja gerade reden!“

Es lässt sich trefflich darüber streiten, ob sich der junge Mann vielleicht besser eine Cola vor seinem Vortrag hätte bestellen sollen oder einfach ganz auf seinen Beitrag hätte verzichten sollen; eines fällt jedoch auf: Inhaltlich hat man sich in keinster Weise mit dem Vorbringen auseinandergesetzt. Statt eines Arguments gegen die Sache bzw. den Inhalt begnügt man sich mit einem Argument gegen die Person, beleidigt eventuell noch oder flüchtet sich in persönliche Anschuldigungen. Das, um was es eigentlich geht, bleibt dabei auf der Strecke. Solche rhetorischen Kniffe gab es sicherlich schon zu allen Zeiten, sind sie doch häufig bequemer als eine argumentative Auseinandersetzung, da sie relativ leicht mundtot machen.

Neu ist nun allerdings, dass diese Taschenspielertricks auch gegen Institutionen angewendet werden und hier insbesondere und immer wieder gegen die kath. Kirche. Galt früher noch der Grundsatz, dass zwischen Personen und Institution zu unterscheiden ist, ist die Hetzjagd auf die kath. Kirche durch die Pressemeute nun eröffnet. Schnell wird klar, um was es eigentlich geht: ein willkommener Anlass gegen die kath. Kirche, einer der letzten Institutionen mit Wahrheitsanspruch, vorzugehen.

Denn was uns Mutter Kirche zu sagen hat, soll in Zeiten von Pluralismus und Relativismus nicht mehr gehört werden. Man ist ja schließlich schon so aufgeklärt, dass man das Wagnis des Denkens nicht mehr benötigt. Zutiefst verwerflich ist jedoch, dass letztlich der persönliche Kampf der Apologeten der neuen Weltordnung auf dem Rücken der Missbrauchsopfer ausgetragen wird.

Viele Autoren machen sich auch sofort zu Anwälten der Opfer und fordern lautstark eine Entschuldigung ein. Das Verfahren gegen die kath. Kirche im medialen Gerichtssaal wegen unbeirrbarem Festhalten an überkommenen Anschauungen ist ja schließlich schon längst eröffnet. Auffallend ist hierbei jedoch, dass das Verlangen nach einer Entschuldigung eine große Undifferenziertheit im Umgang mit der deutschen Sprache erkennen lässt.

Etwas entschuldigen heißt, so zu tun, als ob nichts gewesen wäre. So etwas ist hier hochgradig fehl am Platz! Man muss sich nur selber fragen, wie oft einem ein halbherziges, fast schon automatisches „‘tschuldigung“ über die Lippen kommt. Allein richtig kann nur etwas sein, was in unserer Gesellschaft fast schon verlernt wurde, geht es doch einher mit einem Bekenntnis der eigenen Schwäche und Fehlerhaftigkeit: ein aufrichtiges und ehrlich gemeintes „Verzeih mir“.

Damit Verzeihung aber vollständig sein kann, muss sie nicht nur gewährt werden, sondern auch empfangen werden. Empfangen werden kann sie aber nur von demjenigen, der einen Fehler gemacht hat. Auch hier zeigt sich nun wieder die Vermischung der Person mit der Institution, wenn man von der Kirche dieses Bekenntnis erwartet. Wenn ich den Menschen als Abbild Gottes ernst nehme, muss ich ihn auch für all seine Taten einstehen lassen; seien sie nun gut oder schlecht.

Niemand würde von einem Ordensträger, der für persönliche Leistungen diese Auszeichnung erhalten hat, verlangen, dass er diesen an eine Institution abgibt. Konsequenterweise kann man dann aber auch nicht Fehlverhalten einer Institution zurechnen bzw. der Institution unter Entschuldigung des Täters einen Vorwurf machen. Mit der Würde des Menschen ist dies nicht zu vereinbaren. Um Verzeihung bitten muss der, der gefehlt hat.

Gerne verwendet wird auch der Vorwurf einer angeblichen Doppelmoral. Doppelmoral meint, dass man an unterschiedliche Sachverhalte unterschiedliche Maßstäbe der moralischen Beurteilung anlegt. Doch genau dies tut die Kirche eben nicht. So etwas könnte man ihr nur dann vorwerfen, wenn sie die Vorfälle bagatellisieren oder relativieren würde.

Man kann der kath. Kirche auf der einen Seite nicht unterstellen, sie würde versuchen, die Vorfälle zu vertuschen, auf der anderen Seite ihr aber Doppelmoral vorhalten. Eine vorgeworfene Vertuschung lohnt sich nur dann, wenn man sich gerade bewusst ist, dass man einen Fehler begangen hat. Manche Autoren sollten also nur Worte verwenden, deren Bedeutung sie auch verstehen.

Was geschehen ist, bedarf sowohl kirchlicher- als auch staatlicherseits eingehender Erörterung. Durch unlautere Argumentation leistet man dafür aber keinen Beitrag, sondern zeigt vielmehr eine neue Qualität einer undifferenzierten, pauschalisierenden, böswilligen Auseinandersetzung mit der kath. Kirche. Die Masken sind gefallen und offenbaren eine erschreckende Fratze, die auch vor dem Kampf gegen die Kirche auf dem Rücken von Opfern nicht halt macht.

08.02.2010

Experte: Missbrauchszahlen bei Priestern unterdurchschnittlich

210.000 Fälle von Kindesmissbrauch gab es seit 1995 in Deutschland, für den “Spiegel” sind 94 Fälle interessant, aber ein enger Zusammenhang von sexuellen Missbräuchen und Zölibat ist statistisch unhaltbar.

Link: http://www.kath.net/detail.php?id=25517

Man spricht von einem bis zu 30fach erhöhten Risiko bei nicht zölibatär lebenden Männern.
Wie kann das sein? Sex ist doch ein normale Bedürfnis ... oder?

Wer zölibatär lebt, macht das nicht so ohne weiteres. Erst nachdem man sich mehrere Jahre mit dieser Art zu Leben auseinandergesetzt hat, wird man zum Priester geweiht. Sehr viele erkennen auf diesen Weg das dies nicht ihr Weg ist und auch während des Priesterdasein gibt es viele die Aussteigen. Wobei die allermeisten Aussteiger ihre zölibatäre Zeit sehr positiv sehen, als eine Art Lebenserfahrung, einige die ihren Ausstieg als Scheitern sehen haben jedoch Probleme.
Aussteigen kann jeder und das geht dann sogar so weit das eventuelle Versorgungszahlungen nachgeholt werden. Immer wird auch eine Umschulung oder eine andere Stelle als Diakon oder Gemeindeassistent angeboten.

Warum sind nun zölibatär lebende Männer nicht so anfällig für Pädophilie - entgegen der allgemeinen Meinung. Sex ist ein natürliches Bedürfnis was man sehr wohl kontrollieren kann und das ist auch durchaus normal. Viele die in Beziehungen leben kennen das, viele sind mal einige Monate von ihren Partner getrennt und werden nicht gleich zum Fremdgeher, Vergewaltiger oder sogar zu einer Gefahr für Kinder. Natürlich gibt es Männer die hier sehr wohl Probleme habe, aber "normal" ist das nicht. Mann kann sich sehr wohl in Griff haben und das sexuelles Verlangen hormongesteuert ist, ist es eigentlich auch kein großes Problem das körperlich hinzubekommen: Der Körper produziert einfach weniger Hormone, dazu gibt es vielfältige Untersuchungen. Letztendlich bedeutet das, das jeder Mann der durch Partnerentzug nicht zur sexuellen Bestie wird bestätigt das ein zölibatäres Leben möglich ist.
Und da zölibatäre lebende Männer sich zudem intensiv mit dem Thema auseinandersetzen, ist der Anteil an Männern die sich gut im Griff haben bei dieser Personengruppe deutlich höher. Man(n) weiß eher worauf man sich einlässt, man kann besser mit sich umgehen und das ungeachtet von Neigungen oder Veranlagungen.

Leider gibt es immer Männer die eigentlich geschworen haben zölibatär zu leben und trotzdem ihre Sexualität nicht im Griff haben. Bei manchen mag gerade diese Lebensform interessant sein, wobei man hier häufig beobachten kann das diese Männer wohl die zölibatäre Lebensform gewählt haben um ihren eigentlichen Problemen, eben zum Beispiel Pädophilie, aus den Weg zu gehen. Nur hilft das nicht immer, so das es auch bei zölibatär lebenden Männern immer wieder Fälle gibt wo man(n) zu Bestie wird.

Ach ja, zölibatäres Leben gibt es in vielen Religionen und gerade einige asiatischen Religionen haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

Warum schreibe ich das? Ich will auch hier eine Diskussion starten. Denn während man hier über ein paar sehr schlimme, aber Statistisch doch sehr wenige Fälle aufregt, geht der alltägliche Wahnsinn weiter. Alle 30 Minuten wird ein Kind missbraucht und alle die meinen sich jetzt über Priester aufregen zu müssen, sollten sich überlegen ob es nicht besser wäre sich den häufigeren Missbrauchsfällen zu widmen. Denn die allermeisten Missbräuche werden nicht zölibatären Männern und Frauen begangen und wenn es uns wirklich um die Kinder geht muss endlich etwas geschehen.
Damit möchte ich nicht jeden Mann oder jeder Frau etwas unterstellen. Ich bin ja selber Vater, bin ich deshalb auch Täter?
Aber gerade weil ich Vater bin, ist mir das Thema so wichtig und da ich durch meine Tochter mit sehr vielen Kindern zusammenkomme erlebe ich häufig wie falsch sich viele Erwachsene verhalten. Beispiel: Von der Angst um die eigene Karriere getrieben werden Kinder einfach weggegeben. Viele Eltern machen sich nicht die Mühe genau zu prüfen wer denn auf die Kinder aufpasst, Hauptsache man kann seinen Kurs besuchen oder sonst was. Um ein Auto zu fahren brauche ich einen Führerschein, um auf ein Kind aufzupassen brauche ich nichts.
... um nur mal ein Beispiel aufzuzeigen. Ich will hier natürlich niemanden was unterstellen, ich will zum nachdenken anregen. Leute - Kinder ist der größte Schatz den wir haben und dieser Schatz ist uns weniger wichtig als das Auto, als der Urlaub, als die Karriere.

Natürlich - wen die Kinder egal sind, wen es nur darum geht auf Priester herumzuhacken, der wird sich weiterhin einer jeden vernünftigen Diskussion entziehen.

Wer diskutieren möchte, wen es wirklich um die Kinder geht ... kann mich gerne erreichen.

01.02.2010

Kristina: Ich habe abgetrieben

Kruzifixverbot - warum?



In vielen Klassenzimmern hängt ein Kreuz, das Symbol für die Liebe Gottes. Ganz selbstverständlich nimmt man als Christ an das dies kein Problem ist, warum auch? Es ist doch etwas positives. Und das es auch vorkommt das neben dem Kreuz auch die Symbole anderer Religionen hängen, ist es kein wirkliches Problem.
Und - wer hat schon was gegen die Liebe?

Offensichtlich eine Finnin die in Italien lebt und Ihren und anderen Kindern die Liebe Gottes vorenthalten will. Nun könnte man fragen warum die Finnin nicht etwas ihrer Religion aufhängen möchte. Ein Symbol oder ein Bekenntnis oder so. Aber das es im Atheismus nur die Leere gibt und sonst nichts und genau dieses Bekenntnis will die Frau gegen alles andere durchsetzen.
Unterstützung erhielt sie vom europäischen Menschenrechtsgerichtshof der nun verfügte das die Leere des Atheismus künftig vorherrschen soll und das Symbol der Liebe Gottes zu verschwinden hat.

Ein trauriges Urteil gegen die Liebe Gottes. Ich bete für diese Frau damit sie Gott noch zu Lebzeiten kennen und lieben lernt.Gott wird ihr dann sicher vergeben, jedoch ob sie sich vergeben kann wenn sie mal vor den Schöpfer steht weiß ich nicht.

Links: http://www.kath.net/detail.php?id=24430